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HEV 02/2001 Inhaltsverzeichnis
Unser Garten

Ein Blick in unsern Werkzeugschrank
Barbara Scalabrin-Laube

Noch liegt an manchen Tagen Schnee und verhüllt alles Unschöne und Unerledigte in unserm Garten. Obwohl ich die Winterruhe geniesse, kann ich den ersten Vorfrühlingstag kaum erwarten, an dem ich meine Gartenkleider anziehen und draussen arbeiten werde.
Auf einem ersten Rundgang werde ich mich an allem freuen, was schon spriesst und blüht, und werde entscheiden, welche Arbeiten dringend sind. Meine vertrauten Werkzeuge werde ich aus dem Schrank holen, den kleinen Spaten, die Rosengabel, die Schere, die Karrette und all die andern, welche mir im Lauf der Zeit lieb und wichtig geworden sind. Manche unserer Freundinnen und Freunden mögen über meine berüchtigte Vorliebe für besondere, meist luxuriöse Schreib- und Gartenutensilien schmunzeln. Ich pflege diesen Tick, denn ich freue mich jedes Mal von neuem, wenn ich ein formschönes und qualitativ hochstehendes Gerät in die Hand nehme.
Deshalb bin ich gern bereit, meine Werkzeuge und Utensilien, welche ich regelmässig für meine Gartenarbeiten in die Karrette lege oder in die Hosentasche stecke, zu beschreiben.
Als erstes ziehe ich jeweils meine ledernen Gartenhandschuhe an, welche sehr satt sitzen, damit ich auch präzisere Arbeiten mit Feingefühl in den Fingerspitzen erledigen kann. Mein teuerstes Modell aus grün gefärbtem Leder stammt aus Frankreich und ist so “edel“, dass ich es meist im Kasten liegen lasse! Längst habe ich im Handwerkerzentrum preisgünstige Lederhandschuhe (Resisto “Soft“) gefunden, welche während einer halben Saison halten. Im Herbst, wenn es nass und kalt ist, ziehe ich diese, meine grasgrünen Baumwolltricothandschuhe mit einem wasserdichten Vinylüberzug (“Roncier“ von Mapa) vor. Die Fingerfertigkeit wird zwar eingeschränkt, aber dafür haben darunter feine Wollhandschuhe Platz.
In meine Hosentasche gehört neben der Gartenschnur meine Felco-Gartenschere Nr. 7, welche ich dank dem roten Griff immer wieder finde, auch wenn sie manchmal unter einem Strauch oder im Abfall liegen geblieben ist. Ich schätze sie besonders, weil ich sie mit einem mitgelieferten Schleifstein auf einfache Weise schleifen, auseinander nehmen, reinigen und ölen kann, was im Sommer einmal pro Woche nötig wird.
In der andern Hosentasche steckt mein Luxuswerkzeug, die Jekyll-Gabel. Als ich diese kleine Gabel mit den zwei Chromstahlzinken und dem angenehmen Buchenholzgriff in England kaufte, sahen sich unsere Freunde und auch mein Mann in der Vermutung bestärkt, dass ich tatsächlich ein Gartensnob sei oder an Werkzeugmanie leide, wurde doch das handliche Ding wie ein Schmuckstück in einer dunkelgrünen Schachtel mit passendem Seidenpapier präsentiert. Ein Jahr später kaufte sich mein Mann seine eigene Jekyll-Gabel, von der übrigens behauptet wird, dass Gertrude Jekyll, die bekannte englische Gartenplanerin, diese entworfen habe, um damit bei jeder Gelegenheit Unkräuter ausstechen zu können. Wie dem auch sei, ich trage die Gabel immer mit und brauche sie zum Ausjäten von hartnäckigen Unkräutern. Den unfreiwilligen Winterschlaf im Kompost überstand sie ohne Schaden. Ich hatte sie verzweifelt gesucht und besitze seither zwei!
Ebenfalls zum Jäten brauche ich die zweizinkige Rosengabel, eigentlich eine vergrösserte und gröbere Ausgabe der Jekyll-Gabel. Mit einem kräftigen Tritt steche ich damit Löwenzahn, Fünffingerkraut und andere mehrjährige Unkräuter aus und benütze sie zum Lockern des Bodens zwischen den Stauden und Gehölzen und zum Einarbeiten des Düngers.
In meiner Karrette führe ich auch immer einen kleinen Spaten, den Damenspaten, mit. Das Chromstahlblatt ist bloss 23x13 cm gross, für “richtige“ Gärtner ein Spielzeug. Wie die Jekyllgabel habe ich den Spaten vor einigen Jahren zur Erheiterung meiner Mitreisenden in England gekauft und sorgfältig verpackt nach Hause gebracht. Seither bringe ich Jahr für Jahr mindestens ein “Spielzeug“ für jemanden in die Schweiz zurück. Ich selber benutze das praktische Werkzeug nicht etwa zum Umgraben, sondern zum Pflanzen und Umpflanzen von Stauden, kleinen Gehölzen und Zwiebeln und zum Ausgraben von grösseren Unkräutern. Längst besitzt mein Mann seinen eigenen Damenspaten, aber für grössere Grabarbeiten zieht er den grossen Spaten vor, dessen Blatt ebenfalls aus Chromstahl besteht, ein Metall, welches nicht rostet und an dem unser schwerer Lehmboden weniger klebt.
Manchmal wirken unsere Beete leicht ungepflegt, sei es, weil der Boden vom Regen verdichtet ist oder weil ich mit der Pflege nicht nachkam. Kosmetik ist angesagt! Mit der Pendelhacke (ich habe ein holländisches Modell aus Chromstahl) bearbeite ich den Boden zwischen den Pflanzen. Im Handumdrehen sieht der Boden wieder locker und krümelig aus, mögliche Unkräuter wurden geköpft, der Garten steckt - auch für kritische Augen - wieder im Sonntagskleid.
Neben all den beschriebenen “Helfern“ stehen in unserm Schuppen natürlich viele andere Geräte, welche ebenfalls wichtig sind, aber etwas weniger oft gebraucht werden. Ein bis zwei Mal pro Woche benützen wir den Handspindelmäher, welcher für unsere kleine Rasenfläche ideal ist. Häufig erfüllt der Lärm des Häckslers die Gegend, Zeichen dafür, dass wir – dank meinem Mann - schönen Kompost haben werden. Die Hecken schneiden wir mit einer elektrisch betriebenen Heckenschere und einer Handschere. Ob der Laubsauger eine nützliche Anschaffung war, wissen wir nicht mit Sicherheit. Der Laubrechen ist handlicher und verstopft nie! Daneben hängen Besen, eine scharfe Handsäge, eine Hacke, die Stechgabel, ein Rechen, eine Klappschaufel, der Wurzelspaten, diverse Spritzkannen, verschiedene Messer, ein Spaten usw. Nicht alle sind von bester Qualität und unentbehrlich, trotzdem bleiben sie im Schuppen stehen. Wer kann voraus sagen, wann sie doch noch nützlich sein könnten!

Alle beschriebenen Werkzeuge und Utensilien sind in guten Gartencentern und/oder via Versandhandel (Garpa 01 285 75 20 und MANUFACTUM 0848 830 400) auch in der Schweiz erhältlich.

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