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Ein Blick in
unsern Werkzeugschrank Barbara
Scalabrin-Laube Noch liegt an manchen
Tagen Schnee und verhüllt alles Unschöne und Unerledigte in unserm
Garten. Obwohl ich die Winterruhe geniesse, kann ich den ersten
Vorfrühlingstag kaum erwarten, an dem ich meine Gartenkleider anziehen und
draussen arbeiten werde. Auf einem
ersten Rundgang werde ich mich an allem freuen, was schon spriesst und
blüht, und werde entscheiden, welche Arbeiten dringend sind. Meine
vertrauten Werkzeuge werde ich aus dem Schrank holen, den kleinen Spaten, die
Rosengabel, die Schere, die Karrette und all die andern, welche mir im Lauf der
Zeit lieb und wichtig geworden sind. Manche unserer Freundinnen und Freunden
mögen über meine berüchtigte Vorliebe für besondere, meist
luxuriöse Schreib- und Gartenutensilien schmunzeln. Ich pflege diesen
Tick, denn ich freue mich jedes Mal von neuem, wenn ich ein formschönes
und qualitativ hochstehendes Gerät in die Hand nehme. Deshalb bin ich gern bereit, meine Werkzeuge und
Utensilien, welche ich regelmässig für meine Gartenarbeiten in die
Karrette lege oder in die Hosentasche stecke, zu beschreiben.
Als erstes ziehe ich jeweils meine ledernen
Gartenhandschuhe an, welche sehr satt sitzen, damit ich auch
präzisere Arbeiten mit Feingefühl in den Fingerspitzen erledigen
kann. Mein teuerstes Modell aus grün gefärbtem Leder stammt aus
Frankreich und ist so edel, dass ich es meist im Kasten liegen
lasse! Längst habe ich im Handwerkerzentrum preisgünstige
Lederhandschuhe (Resisto Soft) gefunden, welche während einer
halben Saison halten. Im Herbst, wenn es nass und kalt ist, ziehe ich diese,
meine grasgrünen Baumwolltricothandschuhe mit einem wasserdichten
Vinylüberzug (Roncier von Mapa) vor. Die Fingerfertigkeit wird
zwar eingeschränkt, aber dafür haben darunter feine Wollhandschuhe
Platz. In meine Hosentasche gehört
neben der Gartenschnur meine Felco-Gartenschere Nr. 7, welche ich dank dem
roten Griff immer wieder finde, auch wenn sie manchmal unter einem Strauch oder
im Abfall liegen geblieben ist. Ich schätze sie besonders, weil ich sie
mit einem mitgelieferten Schleifstein auf einfache Weise schleifen, auseinander
nehmen, reinigen und ölen kann, was im Sommer einmal pro Woche nötig
wird. In der andern Hosentasche steckt
mein Luxuswerkzeug, die Jekyll-Gabel. Als ich diese kleine Gabel mit den zwei
Chromstahlzinken und dem angenehmen Buchenholzgriff in England kaufte, sahen
sich unsere Freunde und auch mein Mann in der Vermutung bestärkt, dass ich
tatsächlich ein Gartensnob sei oder an Werkzeugmanie leide, wurde doch das
handliche Ding wie ein Schmuckstück in einer dunkelgrünen Schachtel
mit passendem Seidenpapier präsentiert. Ein Jahr später kaufte sich
mein Mann seine eigene Jekyll-Gabel, von der übrigens behauptet wird, dass
Gertrude Jekyll, die bekannte englische Gartenplanerin, diese entworfen habe,
um damit bei jeder Gelegenheit Unkräuter ausstechen zu können. Wie
dem auch sei, ich trage die Gabel immer mit und brauche sie zum Ausjäten
von hartnäckigen Unkräutern. Den unfreiwilligen Winterschlaf im
Kompost überstand sie ohne Schaden. Ich hatte sie verzweifelt gesucht und
besitze seither zwei! Ebenfalls zum
Jäten brauche ich die zweizinkige Rosengabel, eigentlich eine
vergrösserte und gröbere Ausgabe der Jekyll-Gabel. Mit einem
kräftigen Tritt steche ich damit Löwenzahn, Fünffingerkraut und
andere mehrjährige Unkräuter aus und benütze sie zum Lockern des
Bodens zwischen den Stauden und Gehölzen und zum Einarbeiten des
Düngers. In meiner Karrette führe ich auch immer einen kleinen Spaten,
den Damenspaten, mit. Das Chromstahlblatt ist bloss 23x13 cm gross,
für richtige Gärtner ein Spielzeug. Wie die Jekyllgabel
habe ich den Spaten vor einigen Jahren zur Erheiterung meiner Mitreisenden in
England gekauft und sorgfältig verpackt nach Hause gebracht. Seither
bringe ich Jahr für Jahr mindestens ein Spielzeug für
jemanden in die Schweiz zurück. Ich selber benutze das praktische Werkzeug
nicht etwa zum Umgraben, sondern zum Pflanzen und Umpflanzen von Stauden,
kleinen Gehölzen und Zwiebeln und zum Ausgraben von grösseren
Unkräutern. Längst besitzt mein Mann seinen eigenen Damenspaten, aber
für grössere Grabarbeiten zieht er den grossen Spaten vor,
dessen Blatt ebenfalls aus Chromstahl besteht, ein Metall, welches nicht rostet
und an dem unser schwerer Lehmboden weniger klebt. Manchmal wirken unsere
Beete leicht ungepflegt, sei es, weil der Boden vom Regen verdichtet ist oder
weil ich mit der Pflege nicht nachkam. Kosmetik ist angesagt! Mit der
Pendelhacke (ich habe ein holländisches Modell aus Chromstahl)
bearbeite ich den Boden zwischen den Pflanzen. Im Handumdrehen sieht der Boden
wieder locker und krümelig aus, mögliche Unkräuter wurden
geköpft, der Garten steckt - auch für kritische Augen - wieder im
Sonntagskleid. Neben all den beschriebenen Helfern stehen in unserm
Schuppen natürlich viele andere Geräte, welche ebenfalls wichtig
sind, aber etwas weniger oft gebraucht werden. Ein bis zwei Mal pro Woche
benützen wir den Handspindelmäher, welcher für unsere
kleine Rasenfläche ideal ist. Häufig erfüllt der Lärm des
Häckslers die Gegend, Zeichen dafür, dass wir dank meinem Mann
- schönen Kompost haben werden. Die Hecken schneiden wir mit einer
elektrisch betriebenen Heckenschere und einer Handschere. Ob der
Laubsauger eine nützliche Anschaffung war, wissen wir nicht mit
Sicherheit. Der Laubrechen ist handlicher und verstopft nie! Daneben
hängen Besen, eine scharfe Handsäge, eine Hacke,
die Stechgabel, ein Rechen, eine Klappschaufel, der
Wurzelspaten, diverse Spritzkannen, verschiedene Messer,
ein Spaten usw. Nicht alle sind von bester Qualität und
unentbehrlich, trotzdem bleiben sie im Schuppen stehen. Wer kann voraus sagen,
wann sie doch noch nützlich sein könnten!
Alle beschriebenen Werkzeuge und Utensilien sind in guten
Gartencentern und/oder via Versandhandel (Garpa 01 285 75 20 und MANUFACTUM
0848 830 400) auch in der Schweiz erhältlich. |
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