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Düngen
was und wie * Luzius Winkler
Der Artikel setzt sich aus zwei Teilen zusammen.
Einerseits erläutert er das neue Tiermehlfütterungsverbot, und
anderseits befasst er sich mit der Düngung im Hausgarten.
Inwieweit beeinflusst der
Rinderwahnsinn den Dünger? Im
Zusammenhang mit dem Tiermehlfütterungsverbot wurden vom Bundesrat rigoros
sämtliche Dünger, welche tierisches Ausgangsmaterial enthalten,
verboten. Die Firma Hauert reagierte sofort und reichte ein Gesuch ein, um
Hornprodukte auszuklammern. Das BLW bewilligte dann einzelne Produkte. Die
betroffenen Firmen müssen nachweisen können, dass ihr Horn nicht mit
Mark durchsetzt ist und nie mit Blut in Kontakt kam. Der Anwender darf
jedoch organische Dünger, welche unter das Verbot fallen, noch bis am 1.
Juli ausbringen. Dünger, die unter das Verbot fallen, werden vom
Hersteller weder zurückgenommen noch ersetzt. Der organische Stickstoff
ist in Form von pflanzlichen Stoffen im Dünger enthalten. Damit ist die
Boden und Pflanzen schonende Düngung weiterhin
gewährleistet.
Was muss überhaupt
gedüngt werden? Beginnen wir
mit den nährstoffärmsten Bereichen des Gartens. So sind
sämtliche Wasserpflanzen gar nie zu düngen. Es sollte auch keinen
Nährstoffeintrag aus der Umgebung geben, wie zum Beispiel durch Laubfall
oder Düngerauswaschungen im angrenzenden Boden. Magerwiesen respektive
Magerrasen dürfen nie gedüngt werden, da die Blumen mit den
Gräsern nicht mehr konkurrieren können. All jene Orte, welche
naturnah bebaut werden, wie zum Beispiel Wildhecken, sollten nie gedüngt
werden. Der Biogarten erhält alle drei Jahre eine natürliche
Düngung, indem ein Drittel des Gartens während eines Jahres brach
liegt oder mit einer Gründüngung wie Luzerne oder Phacellie
eingesät wird. Luzerne und Phacellie sind Leguminosen, welche an den
Wurzeln Knöllchenbakterien bilden und den Boden nach dem Fräsen mit
Stickstoff anreichern. Der grosse Vorteil dieser Gründüngung ist,
dass die Pflanzen einjährig sind und so im nächsten Jahr nicht mehr
wuchern. Ein weiteres Prinzip des Biogärtnerns ist, dass sich stark und
schwach zehrende Pflanzen abwechseln. Das heisst, dass solche Pflanzen, welche
viel Nährstoffe benötigen, abgelöst werden von solchen Pflanzen,
welche schwach zehrend sind. Damit dies gut koordiniert ist, empfehle ich,
einen Anbauplan zu erstellen. Grundsätzlich ist zu den
Gehölzrabatten folgendes zu sagen, wenn sie standortgerecht gepflanzt
wurden, vor allem im Hinblick auf den Boden, so benötigen sie keine
Düngung. Wenn Gehölze nicht richtig wachsen, so liegt es oft nicht an
den fehlenden Nährstoffen, sondern am verdichteten Boden. Bei dieser
Situation sollte die Bodenaktivität angeregt werden, was zu einer besseren
Durchlüftung führt. Dieses Ziel erreicht man, indem man Hauskompost
ausbringt und somit die Anzahl Bodenlebewesen erhöht. Falls die
Gehölze regelmässig geschnitten werden, verträgt die Rabatte
problemlos alle 3 5 Jahre einen biologischen Langzeitdünger wie zum
Beispiel Hackholz. Die Schicht sollte jedoch nicht zu dick sein, etwa 3 5
cm. Betrachten wir nun all jene Bereiche, welche ohne Düngung schlecht
wachsen. Das sind vor allem Pflanzen, welche in Gefässen stehen. Diese
Pflanzen haben ein zu grosses Blattvolumen im Vergleich zum Wurzelvolumen, das
Verhältnis sollte 1:1 sein. Um diesen Missstand auszugleichen,
müssen sie gedüngt werden. Hierzu kann man feste
Düngerkügelchen verwenden (z.B.Osmocote) oder einen
Flüssigdünger (z.B.Wuxal). Für mediterane Kübelpflanzen
verwendet man einen speziellen Dünger. Dann gibt es Dünger, die
das Wachstum und die Blühwilligkeit der Pflanze fördern. Diese
Dünger kommen vor aIlem beim Sommerflor zum Zuge. Eine relativ
intensive Düngung benötigt der englische Rasen. So muss er dreimal
jährlich gedüngt werden, damit er saftig und dicht bleibt. Die
Rasendüngung lohnt sich jedoch nur im Zusammenspiel mit einer
Bewässerung. Um bei Siedlungen einen grünen Rasen zu erreichen,
empfiehlt es sich, den Rasen nicht zu tief zu schneiden, ca. 6 7cm
tief. Zu guter letzt lohnt es sich, für die verschiedenen Pflanzen den
spezifischen Dünger zu verwenden. Einerseits schont man die Umwelt, und
zweitens hat man so den gewünschten Erfolg.
* Luzius Winkler,
Landschaftsarchitekt (HTL) und Gartenbauer |
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