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HEV 05/2001 Inhaltsverzeichnis
Unser Garten

Düngen was und wie
* Luzius Winkler

Der Artikel setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Einerseits erläutert er das neue Tiermehlfütterungsverbot, und anderseits befasst er sich mit der Düngung im Hausgarten.

Inwieweit beeinflusst der Rinderwahnsinn den Dünger?
Im Zusammenhang mit dem Tiermehlfütterungsverbot wurden vom Bundesrat rigoros sämtliche Dünger, welche tierisches Ausgangsmaterial enthalten, verboten. Die Firma Hauert reagierte sofort und reichte ein Gesuch ein, um Hornprodukte auszuklammern. Das BLW bewilligte dann einzelne Produkte. Die betroffenen Firmen müssen nachweisen können, dass ihr Horn nicht mit Mark durchsetzt ist und nie mit Blut in Kontakt kam.
Der Anwender darf jedoch organische Dünger, welche unter das Verbot fallen, noch bis am 1. Juli ausbringen. Dünger, die unter das Verbot fallen, werden vom Hersteller weder zurückgenommen noch ersetzt.
Der organische Stickstoff ist in Form von pflanzlichen Stoffen im Dünger enthalten. Damit ist die Boden und Pflanzen schonende Düngung weiterhin gewährleistet.

Was muss überhaupt gedüngt werden?
Beginnen wir mit den nährstoffärmsten Bereichen des Gartens.
So sind sämtliche Wasserpflanzen gar nie zu düngen. Es sollte auch keinen Nährstoffeintrag aus der Umgebung geben, wie zum Beispiel durch Laubfall oder Düngerauswaschungen im angrenzenden Boden.
Magerwiesen respektive Magerrasen dürfen nie gedüngt werden, da die Blumen mit den Gräsern nicht mehr konkurrieren können. All jene Orte, welche naturnah bebaut werden, wie zum Beispiel Wildhecken, sollten nie gedüngt werden.
Der Biogarten erhält alle drei Jahre eine natürliche Düngung, indem ein Drittel des Gartens während eines Jahres brach liegt oder mit einer Gründüngung wie Luzerne oder Phacellie eingesät wird. Luzerne und Phacellie sind Leguminosen, welche an den Wurzeln Knöllchenbakterien bilden und den Boden nach dem Fräsen mit Stickstoff anreichern. Der grosse Vorteil dieser Gründüngung ist, dass die Pflanzen einjährig sind und so im nächsten Jahr nicht mehr wuchern. Ein weiteres Prinzip des Biogärtnerns ist, dass sich stark und schwach zehrende Pflanzen abwechseln. Das heisst, dass solche Pflanzen, welche viel Nährstoffe benötigen, abgelöst werden von solchen Pflanzen, welche schwach zehrend sind. Damit dies gut koordiniert ist, empfehle ich, einen Anbauplan zu erstellen.
Grundsätzlich ist zu den Gehölzrabatten folgendes zu sagen, wenn sie standortgerecht gepflanzt wurden, vor allem im Hinblick auf den Boden, so benötigen sie keine Düngung. Wenn Gehölze nicht richtig wachsen, so liegt es oft nicht an den fehlenden Nährstoffen, sondern am verdichteten Boden. Bei dieser Situation sollte die Bodenaktivität angeregt werden, was zu einer besseren Durchlüftung führt. Dieses Ziel erreicht man, indem man Hauskompost ausbringt und somit die Anzahl Bodenlebewesen erhöht.
Falls die Gehölze regelmässig geschnitten werden, verträgt die Rabatte problemlos alle 3 –5 Jahre einen biologischen Langzeitdünger wie zum Beispiel Hackholz. Die Schicht sollte jedoch nicht zu dick sein, etwa 3 –5 cm.
Betrachten wir nun all jene Bereiche, welche ohne Düngung schlecht wachsen. Das sind vor allem Pflanzen, welche in Gefässen stehen. Diese Pflanzen haben ein zu grosses Blattvolumen im Vergleich zum Wurzelvolumen, das Verhältnis sollte 1:1 sein.
Um diesen Missstand auszugleichen, müssen sie gedüngt werden. Hierzu kann man feste Düngerkügelchen verwenden (z.B.Osmocote) oder einen Flüssigdünger (z.B.Wuxal). Für mediterane Kübelpflanzen verwendet man einen speziellen Dünger.
Dann gibt es Dünger, die das Wachstum und die Blühwilligkeit der Pflanze fördern. Diese Dünger kommen vor aIlem beim Sommerflor zum Zuge.
Eine relativ intensive Düngung benötigt der englische Rasen. So muss er dreimal jährlich gedüngt werden, damit er saftig und dicht bleibt. Die Rasendüngung lohnt sich jedoch nur im Zusammenspiel mit einer Bewässerung. Um bei Siedlungen einen grünen Rasen zu erreichen, empfiehlt es sich, den Rasen nicht zu tief zu schneiden, ca. 6 –7cm tief.
Zu guter letzt lohnt es sich, für die verschiedenen Pflanzen den spezifischen Dünger zu verwenden. Einerseits schont man die Umwelt, und zweitens hat man so den gewünschten Erfolg.

* Luzius Winkler, Landschaftsarchitekt (HTL) und Gartenbauer

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