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HEV 5/2003 Inhaltsverzeichnis
Aus dem Kantonalverband

Hans Egloff Hans Egloff
Präsident
HEV Kanton Zürich

Bericht zur Lage des Eigentums

An einem regnerischen Sonntag habe ich das Diskussionspapier «Neue soziale Marktwirtschaft» der deutschen CDU überflogen. Dort wird das Privateigentum nur ganz kurz und wenig prägnant erwähnt. Dies ist symptomatisch dafür, dass das Eigentum nicht mehr die Sorge erfährt, die es als Pfeiler einer freiheitlichen Ordnung verlangt. Seit dem Zusammenbruch der auf Kollektiveigentum begründeten Systeme scheint der Begriff des Privateigentums als selbstverständlich. Diese Haltung ist ebenso gefährlich wie falsch.
Vor diesem Hintergrund wurde die «Deutsche Stiftung Eigentum» gegründet, die ein positives öffentliches Meinungsbild für das Eigentum schaffen und öffentliches Vertrauen in Eigentum und Eigentümer aufbauen will. Zu diesem Zweck publiziert sie auch Aufsätze aus den verschiedensten Wissensgebieten, die sich mit Eigentum auseinandersetzen. Als echte Perle erweist sich dabei der Beitrag von Engel (nomen ist nicht omen!) über das «Recht der Gemeinschaftsgüter». Eine wichtige Erkenntnis lautet, dass das Eigentum nicht nur seinen – oft plakativ als selbstsüchtig dargestellten – Inhabern nützt, sondern dass es viele soziale Funktionen für die Gemeinschaft erfüllt.
Als wichtigste Aspekte nennt Engel die Bewältigung von Knappheitsproblemen, sodann die Förderung von Evolution und Innovation, die Konfliktreduktion (good fences make good neighbours), die Sicherung der Freiheit des Individuums, die Identitätsstiftung, die Sozialisierung sowie die Untermauerung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das Privateigentum hat so viele soziale Auswirkungen, dass man es nicht leichtfertig unter dem Hinweis auf die viel bemühte Sozialpflichtigkeit einschränken und damit seiner positiven Wirkungen berauben solle.
Die Studie macht auch deutlich, dass die Angriffe auf das Eigentum längst nicht mehr nach dem traditionellen Links-Rechts-Schema erfolgen. Niemand stellt das Eigentum offen und grundsätzlich in Frage. Aber die verdeckten – bewussten oder unbewussten – Angriffe bewirken eine schleichende Erosion des Eigentumsbegriffs. Schliesslich leidet das Eigentum unter den „Summierungseffekten" staatlicher Eingriffe: Im Einzelnen durchaus plausible oder möglicherweise gut gemeinte Eigentumsbeschränkungen können allein durch ihre Vielzahl mit der Zeit zu einer weitgehenden Aushöhlung des «Rechtsinstituts Eigentum» und der individuellen Eigentumsrechte führen.
Auch darum am 18. Mai: Nein zur Mieterinitiative.
     

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