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HEV 3/2008 Inhaltsverzeichnis
Die Seite des Geschäftsleiters

  Albert Leiser,
Direktor Hauseigentümerverbände
Stadt und Kanton Zürich
Mutloser Bundesrat
  Im Februar hat der Bundesrat bekanntlich ein Massnahmenpaket für die Klimapolitik veröffentlicht. Sein deklariertes Ziel ist es, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20% zu reduzieren. Das Paket sieht nebst einer ganzen Reihe von Massnahmen, welche Hauseigentümer nicht direkt betreffen, eine Revision des CO2-Gesetzes für die Zeit nach 2012 vor. Die Stossrichtung ist durchaus im Sinne des HEV und bringt ähnliche Überlegungen zum Ausdruck wie diejenigen, welche ich letzten Monat an dieser Stelle wiedergab.
Leider hat sich der Bundesrat aber nicht zu einer Zweck- oder wenigstens Teilzweckbindung der seit Anfang dieses Jahres erhobenen CO2-Abgabe durchringen können. Und dies, obwohl sich Hauseigentümer- und Mieterverband darüber einig sind, dass die Gelder, welche Mieter und Hauseigentümer mit jedem Heizöleinkauf bzw. jeder Heizkostenabrechnung bezahlen, in irgendeiner Form an sie zurückfliessen müssen.
Dies wäre mit der Unterstützung von Energiesparmassnahmen im Gebäudebereich der Fall gewesen. Ein Entscheid zu Gunsten einer Förderung von energetisch wirksamen Gebäudesanierungen wurde jedoch hinausgeschoben, als ob nicht gerade hier ein grosses Energiesparpotenzial vorhanden wäre. Es ist nicht zu verstehen, dass der Bundesrat diese Gelegenheit verpasst hat, ein deutliches Zeichen dafür zu setzen, dass er vom Sparpotenzial, welches in der bestehenden Gebäudesubstanz liegt, überzeugt ist. So überzeugt, dass er bereit ist, etwas darin zu investieren. Das enttäuscht umso mehr, als es sich bei den einzusetzenden Mitteln ja nicht etwa um Steuersubstrat handelt, sondern um Geld, welches Eigentümer und Mieter mit höheren Wohnkosten bezahlen. Ohne eine verbindliche Zweckbindung bleiben alle Absichtserklärungen nichts als leere Worte.
Der Deutschschweizer Mieterinnen und Mieterverband und der Schweizerische Hauseigentümerverband haben ihre Enttäuschung in deutlichen Worten zum Ausdruck gebracht. Sie verlangen, dass die vorgeschlagene Teilzweckbindung der CO2-Abgabe endlich realisiert und damit ermöglicht wird, dass mit rund 200 Millionen Franken pro Jahr energetisch wirksame Gebäudesanierungen gefördert werden. Denn wegen der hohen Kosten energetischer Gebäudesanierungen liegt ein grosse Energiesparpotenzial brach.

Albert Leiser
 
     
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