|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
Aus dem Kantonalverband |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Hans Egloff,
Präsident Hauseigentümerverband
Kanton Zürich |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Realitätsverlust |
 |
 |
 |
 |
| |
In den letzten Wochen sind die Nebenkostenabrechnungen
an die Mieter verschickt
worden. Bestimmt ist zuerst der
Vermieter ob der deutlich höheren Kosten
erschrocken, die er in den vergangenen
Monaten für die Mieterschaft vorzuschiessen
hatte. Da die Akontozahlungen bei
fast allen Mietverhältnissen viel zu tief
angesetzt sind, werden nun viele Mieter
mit happigen Nachzahlungen konfrontiert.
Zuletzt war zwar eine deutliche Entspannung
bei den Preisen für Brennstoffe (Heizöl
und Gas) zu verzeichnen, trotzdem liegen
die Heizkosten wohl rund 50% höher als
im Vergleich zur Vorjahresperiode. Ähnlich
wird es voraussichtlich in der Periode
2008/09 aussehen.
Meine Grossmutter lebte bis zu ihrem
Tod vor rund zehn Jahren in einer Mietwohnung,
die durch zwei kleine Ölöfen
beheizt wurde. Periodisch liess sie sich Öl in
den Keller liefern. Die Kanister wurden
dann von meinem Schwager und mir
(präzisierend gebe ich zu, dass es meist
mein Schwager war) je nach Bedarf in den
3. Stock getragen. Die Rechnung für die
Lieferungen wurden von Grossmutter
regelmässig klaglos bezahlt und ich kann
mir nicht vorstellen, dass sie sich je gefragt
hat, ob diese Kosten nicht vom Vermieter
zu übernehmen wären.
Heute – jedenfalls beim Mieterverband –
sieht dies anders aus. «Klimaveränderungsbewegt» verlangt er die Sanierung der Liegenschaften.
Das ist sicherlich unter allen
Titeln sinnvoll. Nicht zuletzt führt es zu Wertsteigerungen der Immobilien und
bringt auch für den Mieter einen erheblichen
Nutzen (Minderaufwand bei den
Heizkosten).
Umfragen und Erfahrungen haben
ergeben, dass die Mieterschaft zwar deutlich
höhere Mietzinse für grössere Balkone
und/ oder moderne Küchen zu bezahlen
bereit ist, energetische oder ökologische
Massnahmen auf der Prioritätenliste aber
kaum erscheinen. Wohl vor allem aus
opportunistischen Überlegungen stellt sich
der Mieterverband auf den Standpunkt,
die wertvermehrenden Investitionen hätte
vor allem der Vermieter zu tragen und
sollten – trotz dem offensichtlichen Nutzen
auch für die Mieter – nur teilweise
auf die Mieten überwälzt werden können.
Diesem ständigen Fünfer-und-Weggli-
Denken kann ich nichts abgewinnen. Es
zeugt viel mehr von einem fortschreitenden
Realitätsverlust der Funktionäre des Mieterverbandes. |
|
 |
 |
 |
|