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HEV 11/2008 Inhaltsverzeichnis
Kyburg-Forum 2008

     
  «Immobilienbestand Schweiz –
Wege aus der Energieversorgungslücke»
 
  * Dr. Luca Roncoroni  
     
  Das diesjährige Kyburg-Forum stand ganz im Zeichen der Energieeffizienz. Während Dr. Peter Richner Trends bezüglich steigender Energiekosten und zunehmender CO2-Belastung sowie mögliche Gegenstrategien aufzeigte, präsentierte Karl Viridén anhand konkreter Projekte sowohl energetisch wie wirtschaftlich optimale Gebäudesanierungen.  
     
  Nach einer kurzen Grussbotschaft von Nationalrat Markus Hutter, Präsident des HEV Winterthur, hiess Hans Egloff, Kantonsrat und Präsident des HEV Kanton Zürich, die nahezu 200 Gäste aus Wirtschaft und Politik willkommen. Nach einer Einführung ins Thema übergab er das Wort an Dr. Peter Richner, Leiter des Departements Bau- und Ingenieurwesen der Empa.  
      Dieser zeigte zunächst auf, dass jede Steigerung des Komforts im Wesentlichen mit einem höheren Verbrauch an Energie einhergeht und grösstenteils durch fossile Energieträger abgedeckt wird. Die damit einhergehenden CO2-Emissionen nehmen deshalb ungebremst zu und können potenziell katastrophale Auswirkungen haben. Er empfiehlt daher, alle Massnahmen zu fördern, welche die Effizienz der Energienutzung steigern, ohne die Leistung zu reduzieren. Grösstes Einsparpotenzial ortet Richner bei den Gebäuden, welche in der Schweiz knapp die Hälfte der gesamten Energie verbrauchen. Da entsprechende Technologien bereits zur Verfügung stehen, sollten neu erstellte Gebäude mindestens den Minergie-Standard erfüllen.  
 


Fotos: Kathrin Attinger, HEV Zürich
   
   
     
  Sanierung von knapp
1,5 Mio. Gebäuden nötig

Schwieriger gestaltet sich hingegen die Steigerung der Energieeffizienz bei den rund 1,46 Mio. bestehenden Gebäuden in der Schweiz. Leider gibt es keine Standardlösungen. Vielmehr gilt es für jedes Gebäude das individuelle Optimum zu finden zwischen effizienter Nutzung bestehender oder zu ersetzender Energieträger und möglichst effizienter Dämmung der Aussenhülle unter Einsatz neuster Materialien und Komponenten wie etwa Vakuumfenster oder vorgefertigter Dach- oder Fassadenelemente. Zudem – so Richner – müssten Hauseigentümer den Mut haben, den vollständigen Abriss ihrer bestehenden Liegenschaft und einen Neubau nach neusten Standards als mögliche Alternative mit einzubeziehen. Es sei durchaus möglich, dass diese radikalere Lösung langfristig die wirtschaftlichere sei.
 
     
  Konkrete Beispiele erfolgreich
sanierter Objekte

Karl Viridén, Architekt und Geschäftsführer der Viridén + Partner AG, stellte sodann vier konkrete Sanierungsprojekte vor – alles Mehrfamilienhäuser in der Stadt Zürich. Dabei wurde deutlich, dass das Optimum im Einzelfall nicht auch das Maximum zu sein braucht. So liess sich etwa bei einem über 400 Jahre alten Haus der Energieverbrauch «nur» um 60% senken. Bei anderen Projekten hingegen lag die Energieeinsparung teilweise markant höher. Teilweise liessen sich gleichzeitig die Grundrisse der Wohnungen den heutigen Bedürfnissen anpassen und entsprechend aufwerten. Dank seiner Funktion als Investor war Viridén auch in der Lage, im Detail Auskunft zu geben über die finanziellen Auswirkungen und eindrücklich aufzuzeigen, wie sich eine höhere Energieeffizienz rasch in markant tieferen Energiekosten niederschlägt.
In einem waren sich beide Referenten weitgehend einig: Gebäude, in denen nicht effizient mit Energie umgegangen wird und welche nicht von hohem historischem oder kulturellem Wert sind, werden für die Eigentümer langfristig zu Altlasten.
Ein Teilnehmer meinte am Schluss des Abends, die Ausführungen der beiden Referenten sowie die anschliessende Diskussion seien so spannend gewesen, dass er – obwohl ein passionierter Pfeifenraucher – während des ganzen Anlasses seine Leidenschaft komplett vergessen habe.
 
     
  Nationalrat Markus Hutter   Kantonsrat Hans Egloff   Dr. Peter Richner   Karl Viridén  
  Nationalrat
Markus Hutter
  Kantonsrat
Hans Egloff
  Dr. Peter Richner   Karl Viridén  
     
  * HEV Zürich  
 
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