| |
Sanierung von knapp
1,5 Mio. Gebäuden nötig
Schwieriger gestaltet sich hingegen
die Steigerung der Energieeffizienz bei den
rund 1,46 Mio. bestehenden Gebäuden in der Schweiz. Leider gibt es keine Standardlösungen.
Vielmehr gilt es für jedes
Gebäude das individuelle Optimum zu
finden zwischen effizienter Nutzung bestehender
oder zu ersetzender Energieträger
und möglichst effizienter Dämmung
der Aussenhülle unter Einsatz
neuster Materialien und Komponenten
wie etwa Vakuumfenster oder vorgefertigter
Dach- oder Fassadenelemente.
Zudem – so Richner – müssten Hauseigentümer
den Mut haben, den vollständigen
Abriss ihrer bestehenden Liegenschaft
und einen Neubau nach neusten
Standards als mögliche Alternative mit einzubeziehen.
Es sei durchaus möglich, dass
diese radikalere Lösung langfristig die wirtschaftlichere
sei. |
|
| |
Konkrete Beispiele erfolgreich
sanierter Objekte
Karl Viridén, Architekt und Geschäftsführer
der Viridén + Partner AG, stellte
sodann vier konkrete Sanierungsprojekte
vor – alles Mehrfamilienhäuser in der Stadt
Zürich. Dabei wurde deutlich, dass das
Optimum im Einzelfall nicht auch das
Maximum zu sein braucht. So liess sich
etwa bei einem über 400 Jahre alten
Haus der Energieverbrauch «nur» um
60% senken. Bei anderen Projekten hingegen
lag die Energieeinsparung teilweise
markant höher. Teilweise liessen
sich gleichzeitig die Grundrisse der Wohnungen
den heutigen Bedürfnissen anpassen
und entsprechend aufwerten. Dank
seiner Funktion als Investor war Viridén
auch in der Lage, im Detail Auskunft
zu geben über die finanziellen Auswirkungen
und eindrücklich aufzuzeigen, wie
sich eine höhere Energieeffizienz rasch in
markant tieferen Energiekosten niederschlägt.
In einem waren sich beide Referenten
weitgehend einig: Gebäude, in denen
nicht effizient mit Energie umgegangen
wird und welche nicht von hohem
historischem oder kulturellem Wert sind,
werden für die Eigentümer langfristig zu
Altlasten.
Ein Teilnehmer meinte am Schluss des
Abends, die Ausführungen der beiden
Referenten sowie die anschliessende
Diskussion seien so spannend gewesen,
dass er – obwohl ein passionierter Pfeifenraucher
– während des ganzen Anlasses
seine Leidenschaft komplett vergessen
habe. |
|