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HEV 11/2008 Inhaltsverzeichnis
Die Seite des Geschäftsleiters

  Albert Leiser,
Direktor Hauseigentümerverbände
Stadt und Kanton Zürich
Antizyklisch investieren!
  Mit den Wachstumsprognosen für die Wirtschaft sieht es gegenwärtig schlecht aus. Auch in der Schweiz müssen sie wohl nach unten korrigiert werden. Zwar ist auf dem Schweizer Baumarkt davon noch wenig zu spüren, gemäss aktuellen Studien deutet aber einiges auf eine Abschwächung hin. So sind die erteilten Baubewilligungen in der Stadt rückläufig und die Preise für Wohneigentum tendieren auf eine Stagnation zu und auch bei den Mieten lässt der Preisdruck nach. Schlecht für die Konjunktur ist es, wenn es der Bauwirtschaft schlecht geht, verstärkt es doch einen allfälligen Abwärtstrend. Bevor es so weit kommt, lohnt es sich, sich Gedanken darüber zu machen, wie dem vorgebeugt werden könnte.
Wie ich schon wiederholt festgehalten habe, gibt es bei Altbauten einen grossen Sanierungsbedarf und bei denselben liegt ein enormes Energiesparpotenzial. Am neuesten Kyburg-Forum (vgl. S. 789 f) wurde dies von Fachleuten eindrücklich bestätigt. Es ist daher zu begrüssen, dass der Stadtrat unter dem Schlagwort «Energiesparpotenzial jetzt nutzen – Vermeidung von Pinselrenovationen» die Einführung eines Energie-Coaching- Angebotes als vierjähriges Pilotprojekt anstrebt. Es soll bei Neubauvorhaben, Erneuerungen sowie im Zusammenhang mit Vorhaben im Bereich der Wärme- und Kältetechnik und der Nutzung erneuerbarer Energien beansprucht werden können und teilweise von der Stadt Zürich mitfinanziert werden. Sanierungswillige Hauseigentümer sind auch an die Förderung von Energieprojekten, wie sie der Kanton Zürich betreibt, zu erinnern (vgl. S. 743). Erfreulich ist sodann, dass sich Bundesrat Moritz Leuenberger für eine Teilzweckbindung der CO2-Abgabe i.S. des Vorstosses Hegentschweiler ausgesprochen hat. Damit könnte ein weiterer kleiner Beitrag an energetisch sinnvolle Sanierungsvorhaben geleistet werden. Hingegen halte ich nach wie vor nichts von einem staatlich verordneten Gebäudeausweis, weil für ihn ein neuer Beamtenapparat zu schaffen wäre. Das würde enorme finanzielle Mittel verschlucken, ohne dass damit auch nur ein einziger Franken in die tatsächliche Gebäudesubstanz investiert würde. Besser wäre ein landesweit einheitlicher, aber freiwilliger Gebäudeenergieausweis.
Jetzt liegt es an den Eigentümern von Altbauten, ihrer Verantwortung für die Umwelt gerecht zu werden und die Energieeffizienz in ihren Häusern zu erhöhen. Sie täten es nicht zuletzt im eigenen Interesse, denn Wohnungssuchende achten in Anbetracht der gestiegenen Energiepreise vermehrt auf die neben der Miete anfallenden Nebenkosten, insbesondere die Heiz- und Warmwasserkosten.

Albert Leiser
 
     
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